Co-Abhängigkeit 


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MERKMALE DER CO-ABHÄNGIGKEIT

  • Co-Abhängige brauchen es, gebraucht zu werden.
  • Sie suchen Bestätigung bei anderen.
  • Sie können sich nicht abgrenzen.
  • Sie leben oft in "Klammerbeziehungen" oder in der "perfekten Ehe".
  • Sie wollen es allen recht machen.
  • Sie wollen um jeden Preis gefallen.
  • Sie haben kein Vertrauen in die eigene Wahrnehmung.
  • Sie machen sich unentbehrlich.
  • Sie nehmen alles persönlich.
  • Sie übernehmen für andere Verantwortung.
  • Sie sind nicht in Kontakt mit ihren Gefühlen, oder verzerren sie.

 

Co-Abhängige können sich nur schwer vorstellen, dass irgend jemand auf der Welt sie um ihrer selbst willen mögen könnte, deswegen machen sie sich mit ihrer Helferrolle unentbehrlich. Sie kümmern sich mehr um andere als um sich selbst.

 

KONTROLLE

1. Versuchst Du Situationen so zu ändern, wie Du sie gern hättest?

2. Versuchst Du Menschen zu veranlassen, das zu tun, was Du gerne möchtest?

3. Hast Du jemals anderen Verantwortung abgenommen?

4. Tust Du folgendes: Beschimpfen, beeinflussen, hinweisen, belehren, erinnern, ermahnen, andeuten, ausfragen?

5. Sagst Du anderen die Meinung, auch wenn sie Dich nicht danach gefragt haben?

6. Bist Du jemals beleidigt gewesen, wenn es nicht nach Deinem Willen ging?

7. Hast Du jemals andere um etwas gebeten und dann nicht abgewartet, dass die es tun und hast es dann selbst getan?

8. Was erkennst Du an diesen Fragen?

9. Kannst Du loslassen und Gott überlassen? Wenn nicht - wann?

10. Bist Du ein Co-Abhängiger? Definition: Eine Person, die sich durch das Verhalten anderer beinträchtigen lässt und die besessen davon ist das Verhalten anderer Menschen zu kontrollieren.

Die einzige Person, die Du kontrollieren kannst, bist Du selbst. Laß andere sein wie sie sind. Triff Deine Entscheidung für Dein eigenes Wohlergehen, aber nicht um andere zu kontrollieren.
Fang an, für Dich selbst Verantwortung zu übernehmen. Für jeden von uns kommt die Zeit, wo wir loslassen müssen. Du wirst selbst merken, wenn diese Zeit für Dich gekommen ist. Wenn Du alles getan hast, was Du tun konntest, ist es an der Zeit, Dich zurückzuhalten und die Kontrolle und Verantwortung für Dich selbst zu übernehmen. Laß andere sein wie sie sind. Wenn Du das kannst, wirst Du Dich selbst befreien.

Arbeitsunterlage aus einem Workshop anlässlich der Eastern Gam-Anon Konfernz in Philadelphia Mai 1987
Übersetzung von Sigrid, GamAnon Hamburg

 

 

LOSLASSEN

Dich so loszulassen,

dass Du die Fehler machen kannst

die Du machen willst,

dass Du mich ablehnen kannst,

dass Du neue Werte finden kannst,

daß Du Deine Meinung ändern kannst,

wenn ich Dich gerade verstanden habe,

dass Du Dir zuviel Sorgen machen kannst,

dass Du Dir nicht genug Sorgen machen

kannst,

Dich so loszulassen

Das muß ich lernern.

Ich muß Dich ziehen lassen

In ein unbehütetes Leben

In ein einsames Leben

In Dein Leben

Getragen von Deinen Entscheidungen

Denn ich kann nicht Dein Vormund sein,

ich kann nicht über Dich bestimmen

auch nicht in Kleinigkeiten

ich muß lernen Dich loszulassen

so einfach und doch so schwer.

 

 

 

MUSTER VON CO-ABHÄNGIGKEIT


Ob ich mich gut fühle, hängt davon ab, ob Du mich magst

Ob ich mich gut fühle, hängt davon ab, ob Du mir zustimmst.

Deine Unsicherheit wirkt sich auf meine Gelassenheit aus.

Meine geistige Aufmerksamkeit beschränkt sich darauf, Diene Probleme zu lösen und Deinen Schmerz zu lindern.

Meine ganze Aufmerksamkeit konzentriert sich darauf, Dir zu gefallen.

Meine ganze Aufmerksamkeit konzentriert sich darauf, Dich zu beschützen.

Meine ganze Aufmerksamkeit konzentriert sich darauf, Dich zu manipulieren ( es so zu tun, wie ich es will)

Meine Selbstachtung steigt, wenn ich Deine Probleme löse.

Meine Selbstachtung steigt, wenn ich Deinen Schmerz lindere.

Meine Hobbys und Interessen sind Nebensache. Ich verbringe meine Zeit damit, Deine Interessen und Hobbys zu teilen.

Deine Kleidung und Dein Aussehen werden von meinen Wünschen bestimmt, weil ich glaube, dass Du ein Spiegelbild von mir bist.

Dein Verhalten wird von meine Wünschen vorgeschrieben, weil ich glaube, dass Du ein Spiegelbild von mir bist.

Ich bin mir nicht bewusst, wie ich fühle, sondern ich bin mir nur bewusst, wie Du fühlst.

Ich weiß nicht, was ich will - ich frage, was Du willst; ich weiß es nicht - ich nehme es an.

Die Träume, die ich für meine Zukunft habe, sind eng verbunden mit Dir.

Meine Angst vor Zurückweisung bestimmt, was ich sage oder tue.

Meine Angst vor Deinem Ärger bestimmt, was ich sage oder tue.

Ich benutze "Geben" als einen Weg, mich in unserer Partner-schaft sicher zu fühlen.

Mein soziales Umfeld, meine Freunde verschwinden, je mehr ich mich mit Dir beschäftige.

Ich stelle meine Werte hinten an, um mit Dir verbunden zu bleiben.

Ich bewerte Deine Meinung und Art, Dinge zu tun, mehr als meine eigene.

Die Qualität meines Lebens ist abhängig von der Qualität Deines Lebens.

 

FALSCHE FÜRSORGE?

Die folgenden Fragen bieten eine Gelegenheit zur persönlichen Auseinandersetzung mit "richtigem" und "falschem" Helfen. Sie beziehen sich auf verschiedene Merkmale eines Helfer-Verhaltens, das möglicherweise sowohl dem Hilfsbereiten als auch dem Hilfsbedürftigen schadet.

Die Fragen sollen dazu anregen, eigene Auffassungen, Gefühle und Verhaltensweisen zu überdenken.

Betrachten Sie die Liste bitte nicht als einen Test, der Ihnen bei 18 Ja-Antworten beweist, dass Sie alles falsch machen.
Diese Fragen sind entwickelt worden, um dem ratsuchenden Angehörigen die Möglichkeit zu geben, sein eigenes Verhalten zur Sucht seines Partners kennen zu lernen und sich ggf. damit auseinander zu setzen.
  1. Haben Sie oft besser als Ihr Partner gewußt, was gut für Ihn ist?
  2. Machen Sie sich häufig Sorgen über Ihren Partner?
  3. Getrauen Sie sich oft nicht zu zeigen, dass es Ihnen schlecht geht?
  4. Haben Sie manchmal das Gefühl, alles könnte zusammenbrechen, wenn Sie es nicht zusammenhalten?
  5. Haben Sie sich manchmal so sehr mit dem Verhalten Ihres Partners befasst, dass Sie nur noch wenig Aufmerksamkeit für sich selbst hatten?
  6. Empfinden Sie Verantwortung für die Sucht Ihres Partners?
  7. Versuchen Sie, auf den anderen Optimismus auszustrahlen?
  8. Haben Sie schon mal Ihre ganze Energie darauf verwandt, Ihren Partner ändern zu wollen?
  9. Machen Sie Ihrem Partner häufig Vorwürfe? ( z.B. bei einem Rückfall)
  10. Gebrauchen Sie bisweilen Notlügen, um Ihrem Partner zu helfen?
  11. Haben Sie Ihre eigenen Ziele häufig hinten an gestellt?
  12. Haben Sie schon oft den Wunsch verspürt, sich einfach auch einmal gehen lassen zu können?
  13. Hoffen Sie manchmal, dass Ihr Partner Ihnen zuliebe seine Sucht aufgibt?
  14. Haben Freunde gelegentlich zu Ihnen gesagt: "Jetzt denke auch mal an Dich!"
  15. Versuchen Sie öfter, Ihrem Partner negative Konsequenzen seines Tuns zu ersparen und selbst auf sich zu nehmen?
  16. Ist es für Sie riskant, sich offen und frei auszudrücken, weil Sie die Reaktion Ihres Partners fürchten?
  17. Wenn Sie sich nach Ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen fragen, fällt Ihnen dann wenig ein, was Sie nur für sich möchten?
  18. Neigen Sie dazu, die Probleme von anderen zu Ihren eigenen zu machen?
  19.  


LOSLASSEN

- Ich muß nicht "müssen"

- Probleme, die ich nicht zu lösen habe, kann ich nicht lösen und alle Bemühungen helfen nicht.

- Ich halte meine Hände von den Belangen anderer Menschen fern und wend mich den eigenen Belangen zu.

- Wenn Menschen sich Unglück bereitet haben, erlaube ich Ihnen, sich mit dem sprichwörtlichen Salat auseinanderzusetzen.

- Ich lasse Menschen so sein, wie sie sind.

- Ich gebe ihnen die Freiheit, Verantwortung zu tragen und zu wachsen.

- Und ich gebe mir dieselbe Freiheit.

- Ich lebe mein Leben, so gut ich es vermag.

- Ich bemühe mich festzustellen, was ich verändern kann und was nicht.

- Ich höre damit auf zu versuche, Dinge ändern zu wollen, die ich nicht ändern kann.

- Ich tue mein Bestes, um ein Problem zu lösen, und höre dann auf, mich aufzureiben un zu zerfleischen.

- Ich lerne, mit dem Problem zu leben.

- Ich konzentriere mich mutig darauf, was heute in meinem Leben gut ist und fühle Dankbarkeit dafür.

- Ich mache das Beste aus dem, was ich habe und so wird es mehr werden.

- Ich lasse das Leben geschehen, statt es mit Gewalt kontrollieren zu wollen.

- Ich löse mich von der Trauer über Vergangenheit und von der Angst vor der Zukunft

- Ich mache das Beste aus jedem Tag.

- Ich akzeptiere die Wirklichkeit und die Tatsachen.

- Ich glaube an die Richtigkeit und Angemessenheit jeden Augenblicks.

-Ich löse mich von meinen Lasten und Sorgen und gebe mir selbst die Freiheit, das Leben trotz meiner ungelösten Probleme zu genießen.

- Ich vertraue darauf, dass eine Macht größer als ich selbst, weiß, bestimmt hat und sich darum kümmert, was geschieht.

- Ich kam zu dem Glauben, dass diese Macht mehr tun kann, um das Problem zu lösen, als ich es kann.

- So versuche ich, Ihm aus Seinem Weg zu gehen und Ihn walten zu lassen.

Loslassen ist immer dann notwendig,
wenn es das am wenigsten Ratsame oder
Unwahrscheinlichste zu sein scheint.

(Aus: Melody Beattie - Die Sucht, gebraucht zu werden)

 

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